← Zurück zu InfraView3D

Methodik und Grenzen

Diese Seite beschreibt, wie InfraView3D rechnet, welche Daten es verwendet, wie belastbar die Ergebnisse sind und wo die Grenzen liegen. Sie gilt für die Version v49; jeder PDF-Bericht nennt die Version, mit der er erstellt wurde. Stand: Oktober 2026.

1. Grundprinzip

Alle Berechnungen laufen in Ihrem Browser. Fotos, eigene Geländedaten und Ergebnisse werden nicht hochgeladen. Nur wenn Sie den Online-Abruf erlauben, lädt die Anwendung Geländedaten und Kartenkacheln von öffentlichen Diensten (siehe Datenschutzerklärung). Die Ergebnisse sind Modellrechnungen zur Orientierung und Vorprüfung, keine Gutachten.

2. Sichtbarkeitsanalyse

Eingaben

Standort (ein oder mehrere), Bauwerkshöhe über dem Fußpunkt (bei Windrädern: Nabenhöhe plus halber Rotordurchmesser), optional die Fußpunkthöhe in m über NHN (sonst aus dem Geländemodell), Augenhöhe des Betrachters (Vorgabe 1,7 m), Radius, Zellgröße, Sichtweite, Erdkrümmung und Refraktion, Vegetationsdurchlässigkeit.

Verfahren

3. Schattenwurf

Berechnet wird die astronomisch maximal mögliche Beschattung durch den Rotor eines Windrads, pro Rasterzelle in Stunden pro Jahr und als längste Beschattung an einem Tag (Minuten pro Tag).

Verfahren

Annahmen auf der sicheren Seite

Einordnung

Häufig verwendete Orientierungswerte für die astronomisch maximal mögliche Beschattung sind 30 Stunden pro Jahr und 30 Minuten pro Tag (Hinweise der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz, LAI). Die tatsächliche Beschattung ist wegen Wetter, Windrichtung und Betrieb deutlich geringer; für die reale Beschattung wird ein niedrigerer Wert (häufig 8 Stunden pro Jahr) angesetzt. InfraView3D berechnet die tatsächliche Beschattung nicht. Welche Werte im Einzelfall gelten, legt die zuständige Behörde fest.

Grenzen

4. Schallimmission

Berechnet wird eine Überschlagsprognose des Schallpegels in dB(A) je Rasterzelle für Windräder. Sie dient der Vorprüfung, nicht der Beurteilung nach TA Lärm.

Verfahren

Einordnung

Zur Orientierung nennt die TA Lärm Immissionsrichtwerte für die Nacht von 35 dB(A) in reinen Wohngebieten, 40 dB(A) in allgemeinen Wohngebieten und 45 dB(A) in Kern-, Dorf- und Mischgebieten. Welche Gebietsart gilt, legt die Gemeinde oder Behörde fest; die Richtwerte gelten am Immissionsort. InfraView3D zeigt Flächen über 35, 40 und 45 dB(A) und färbt die Pegel in 5-dB-Klassen.

Grenzen

5. Immissionspunkte

Für einzelne Punkte (Wohnhäuser, Ortsränder, Denkmäler, Aussichtspunkte) rechnet InfraView3D die Werte genau am Punkt, mit denselben Daten und Annahmen wie die Karten: den sichtbaren Anteil jeder Anlage, den Abstand zur nächsten geplanten Anlage im Verhältnis zu deren Gesamthöhe, den Schattenwurf im 1-Minuten-Raster (Stunden pro Jahr, längster Tag, Zahl der Tage, Schattenkalender mit Uhrzeiten in MEZ) und den Schallpegel als Vor-, Zusatz- und Gesamtbelastung. Der Schallpegel wird mit dem Immissionsrichtwert nachts der gewählten Gebietsart verglichen (TA Lärm Nr. 6.1; Außenbereich wie Dorf- und Mischgebiet); unterschreitet die Zusatzbelastung den Richtwert um mindestens 6 dB, wird das als irrelevant gekennzeichnet (TA Lärm Nr. 3.2.1). Bei Windrädern weist die Anwendung auf Abstände unter der zweifachen Gesamthöhe hin: Ab diesem Abstand ist eine optisch bedrängende Wirkung nach § 249 Abs. 10 BauGB in der Regel nicht anzunehmen, darunter ist der Einzelfall zu prüfen. Gebietsart und Bewertung sind Eingaben bzw. Vorprüfungen und von der zuständigen Behörde festzulegen.

6. Fotomontage

Die Bauwerke werden als 3D-Modelle ins Foto gesetzt. Jedes Modell wird mit einer Kamera in der Perspektive des Fotos gerendert: Brennweite, Lage im Bild und Entfernung (aus Höhe im Bild und wahrer Bauwerkshöhe) bestimmen, wie stark man von unten oder von der Seite auf das Bauwerk blickt; gerendert wird in doppelter Auflösung und danach geglättet verkleinert, dann folgen Dunst, Farbstimmung, Korn und Unschärfe des Fotos. Strommasten haben Fachwerktraversen mit waagerechtem Untergurt, an dem die Isolatorketten hängen. Ein Solarpark wird als Feld aus Modultischen (20° geneigt, zwei Module hoch, mit Gestell) auf der Bodenebene aufgebaut, die sich aus dem umrandeten Bereich und der Einstellung „Perspektive“ ergibt; die Module spiegeln den Himmel des Fotos, Schatten fallen nach dem Sonnenstand auf den Boden. Beim Übernehmen aus der Sichtbarkeitsanalyse folgen Lage und Größe im Bild aus Entfernung, Richtung und Höhenlage des Bauwerks zum Aufnahmeort, der Brennweite des Fotos und einem waagerechten Horizont in Bildmitte; Erdkrümmung und Refraktion fließen ein. Liegt eine Sichtbarkeitsberechnung vor, die den Aufnahmeort umfasst, zeigt die Anwendung die Horizontlinie, wie sie sich aus Gelände- und Oberflächenmodell vom Aufnahmeort ergibt (größter Höhenwinkel je Richtung in Schritten von 0,2°, mit Erdkrümmung und Refraktion; Hindernisse in den ersten 40 m bleiben unberücksichtigt). Mit den Reglern Blickrichtung und Neigung wird diese Linie auf den Horizont im Foto gelegt; die aus der Karte gesetzten Bauwerke folgen dabei (Lage im Bild x = Bildmitte + f · tan(Richtungsunterschied), y = Bildmitte − f · tan(Höhenwinkel − Neigung)). Verdeckung: Für jedes Bauwerk wird in neun Richtungen über seine Breite der größte Höhenwinkel der Hindernisse zwischen Aufnahmeort und Bauwerk bestimmt; der Teil des Bauwerks darunter wird ausgeblendet. Nahe Bäume und Gebäude fehlen im Modell oft und werden weiter von Hand als Vordergrund umrandet. Danach lassen sich die Bauwerke im Bild verschieben; verschobene Bauwerke folgen den Reglern nicht mehr. Das Dokumentationsblatt fasst Montage, Foto, Karte mit Sichtfeld, Angaben zur Aufnahme und zu jedem Bauwerk (Entfernung, Richtung, sichtbarer Anteil vom Aufnahmeort, Sehwinkel) und den Betrachtungsabstand für einen maßstäblichen Eindruck zusammen. Enthält das Foto Kameradaten (EXIF), werden die Brennweite, der Aufnahmeort (GPS), die Blickrichtung (Kompass) und die Aufnahmezeit gelesen: Der Aufnahmeort wird als Fotostandpunkt gesetzt, und aus Aufnahmezeit, Ort und Blickrichtung ergibt sich der Sonnenstand für die Beleuchtung der Modelle. GPS-Position und Kompassrichtung von Smartphones sind nur auf einige Meter bzw. Grad genau und sollten an der Karte geprüft werden. Das Ergebnis ist eine Veranschaulichung und keine vermessungstechnisch eingemessene Visualisierung.

7. Datenquellen

8. Genauigkeit und Unsicherheiten

9. Prüfung der Rechenkerne

Die Rechenkerne werden mit Testfällen geprüft, zum Beispiel an synthetischem Gelände, mit bekannten Sonnenständen (etwa Mittagshöhe der Sonne zur Sommersonnenwende bei 53,5° Breite: 59,9°) und mit der erwarteten Form des Schattenwurfs (Schmetterlingsform nördlich des Windrads) und für den Schall mit Handrechnungen der Formeln sowie der Pegeladdition (zwei gleiche Windräder ergeben 3 dB mehr), auch für das Interimsverfahren und die Oktavbandrechnung. Ein Vergleich mit anderer Fachsoftware oder Messungen liegt bisher nicht vor; Hinweise auf Abweichungen nehmen wir gern unter info@infraview3d.de entgegen.

10. Nutzung und Haftung

InfraView3D ist kostenlos und liefert Modellrechnungen zur Orientierung, für Vorprüfungen und zur Veranschaulichung. Die Ergebnisse ersetzen kein Fachgutachten, keine Ortsbesichtigung und keine behördliche Bewertung und sind nicht rechtsverbindlich. Für Richtigkeit und Vollständigkeit der Ergebnisse und der verwendeten Fremddaten wird keine Gewähr übernommen. Karten- und Geodaten stehen unter den Lizenzen der jeweiligen Anbieter.